08 Nov 2009

[url=http://www.nzz.ch/magazin/dossiers/zardari_als_praesident_pakistans_gewaehlt_1.826003.html]Zardari als Präsident Pakistans gewählt [/url] [b]Asif Ali Zardari ist der neue Präsident Pakistans. Der Witwer von Benazir Bhutto hat eine dunkle Vergangenheit und dürfte der Herausforderung kaum gewachsen sein. [/b] Andrea Spalinger, Delhi Asif Ali Zardari ist am Samstag zum Nachfolger des zurückgetretenen pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf gewählt worden. Der Witwer der ermordeten früheren Premierministerin Benazir Bhutto erhielt eine deutliche Mehrheit der insgesamt 702 Stimmen der Abgeordneten im Unterhaus, im Senat und in den vier Provinzparlamenten. Nach seinem Wahlsieg ist der 53-Jährige der mächtigste zivile politische Führer, den Pakistan je hatte. Musharraf hat die Kompetenzen des Staatsoberhaupts in den letzten Jahren im eigenen Interesse immer mehr ausgebaut. Davon profitiert nun sein Widersacher. Als Präsident kann Zardari jederzeit das Parlament auflösen und den Armeechef entlassen Niemand hätte gedacht, dass Zardari es so weit bringen würde. Jahrzehntelang stand er im Schatten seiner charismatischen Gattin und spielte politisch kaum eine Rolle. Weder in der eigenen Partei noch beim Volk war er beliebt. «A bad guy» ist noch die netteste Antwort, die man bekommt, wenn man Pakistaner nach ihrer Meinung über Zardari fragt. Würde der Präsident vom Volk gewählt, hätte er kaum eine Chance gehabt. Die Pakistan Peoples Party (PPP) hat die Parlamentswahlen im Februar nicht wegen, sondern trotz dem schwarzen Schaf an der Spitze gewonnen. Der Sieg war ein Sympathievotum für die im Dezember ermordete Benazir Bhutto. Zardari hat den Schock und das Machtvakuum innerhalb der PPP jedoch äusserst geschickt genutzt, um sich an deren Spitze zu setzen. Er stellte die engsten Vertrauten Bhuttos kalt und besetzte alle wichtigen Parteiposten mit seinen eigenen Spezis. Zardari ist als verschwenderischer Lebemann und Playboy bekannt. Zudem haftet ihm der Ruf eines durch und durch korrupten Geschäftsmannes ohne Moral und Prinzipien an, der im Notfall auch über Leichen geht. Unter anderem soll er an der Ermordung von Benazirs Bruder Murtaza beteiligt gewesen sein. Als seine Frau Premierministerin war, erwarb sich Zardari den übernamen «Mister 10 percent», weil er von Unternehmern, die Geschäfte mit der Regierung machten, zünftig Schmiergelder kassierte. Nach dem Sturz Bhuttos sass Zardari über acht Jahre im Gefängnis. Nicht nur in Pakistan, auch in der Schweiz und in Grossbritannien wurde gegen ihn ermittelt. Als Bhutto Ende 2007 allerdings einen Deal mit Musharraf schloss, der ihr die Rückkehr aus dem Exil ermöglichte, wurden alle Verfahren eingestellt. Auch in Genf, wo Bhutto und Zardari 2003 wegen Geldwäsche verurteilt worden waren, wurde die Berufung fallengelassen, weil Islamabad seine Klage zurückgezogen hatte. Angesichts der enormen Herausforderungen, vor denen Pakistan steht die Wirtschaftslage ist katastrophal, die islamistischen Extremisten in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan sind gefährlicher denn je , stimmt die Machtübernahme Zardaris nicht gerade optimistisch. In den letzten fünf Monaten hat seine Regierung ausser dem Sturz Musharrafs kaum etwas zustande gebracht. Es war erfreulich, dass die PPP und die Muslimliga von Nawaz Sharif nach den Wahlen im Februar ihre alte Feindschaft begruben und sich auf eine Koalition einigten. Doch diese ist bereits wieder zerbrochen. Zardari hat sich der Muslimliga bedient, um Musharraf zu stürzen. Seine Versprechen gegenüber Sharif wie etwa die Wiedereinsetzung der von Musharraf abgesetzten Obersten Richter brach er. Eine neue Fehde zwischen den beiden einflussreichsten Politikern des Landes könnte Pakistan bald wieder lähmen. Die USA halten Zardari nach dem Sturz Musharrafs offenbar für den besten Partner im Kampf gegen den Terrorismus und haben ihm Unterstützung zugesagt. Zardari muss aber auch einen besseren Draht zur allmächtigen Armee finden. In Militärkreisen hält man derzeit nicht viel von Bhuttos Erben. —————————————————————- Ich fasse es nicht, sie haben Musharraf, einen man der sich in all den Jahren nie selbst bereichert und für enormes wirtschaftliches Wachstum in Pakistan gesorgt hat, gegen dieses Schwein ausgestauscht.

Kategorie: Welt Asien | Erstellt von: grave_mungo


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